Lehrveranstaltungen im SoSe 2026
Dr. Anton Liavitski
Die Sowjetunion in der Perestrojka
Kommentar
Im März 1985 wurde Michail Gorbačёv Generalsekretär der Kommunistischen Partei; sein Dienstantritt markierte eine Zäsur in der sowjetischen Geschichte. Die von ihm eingeleiteten Reformmaßnahmen, die als perestrojka (Umbau) bekannt sind, zielten zunächst darauf ab, die stagnierende Wirtschaft anzukurbeln. Bald jedoch begann Gorbačёv auch politische Reformen umzusetzen. Das Endergebnis der Perestrojka wird oft negativ zusammengefasst: Die Reformen hätten zum Zerfall der Sowjetunion geführt. Auch die Popularität Gorbačёvs im Westen, wo er vor allem mit Entspannungspolitik und der deutschen Wiedervereinigung in Verbindung gebracht wird, wird von einigen Beobachterinnen und Beobachtern infrage gestellt. Diese argumentieren, dass Gorbačёv letztlich den sowjetischen oder gar russischen Imperialismus verkörperte. Diese divergierenden Deutungen unterstreichen die Komplexität und Widersprüchlichkeit sowohl der Persönlichkeit Gorbačёvs als auch seiner Politik. Das inhaltliche Ziel des Seminars besteht darin, diese vielschichtigen historischen Erfahrungen zu diskutieren. Dabei geht es um die Ideen, welche die Reformen prägten; um die Umweltbewegung und die Folgen der Tschernobyl-Katastrophe; um die finanziellen Schwierigkeiten des Staates; um die Umgestaltung des Alltags; und schließlich um den globalen Kontext.
Im Rahmen dieses Proseminars und des begleitenden Tutoriums werden zudem die grundlegenden handwerklichen Methoden der Geschichtswissenschaft vorgestellt und eingeübt. Dazu gehören Textanalyse und Quellenkritik, aber auch Kompetenzen zur Literaturrecherche sowie Grundlagen der Vermittlung von Ergebnissen in Form von Präsentationen und schriftlichen Arbeiten.
Zu erbringende Prüfungsleistung
- Das Abgabedatum für die Hausarbeit (12–15 Seiten) ist der 25. September 2026.
- Mündliche Prüfungen (20 Minuten) nach individueller Absprache, i. d. R. zwischen 27. Juli und dem 16. Oktober 2026.
Zu erbringende Studienleistung
- Regelmäßige Teilnahme (max. 2 Fehlzeiten)
- Klausur, Dauer: ca. 45 Minuten
- Für Studierende im 3. Fachsemester: Teilnahme an einem Orientierungsgespräch, Umfang: ca. 20 Minuten
- Referat/mündliche Präsentation, Dauer: ca. 15 Minuten
- Thesenpapier, Umfang: ca. 2 Seiten
- Sitzungsprotokoll, Umfang: ca. 2 Seiten
Literatur
- Neutatz, Dietmar. Träume und Alpträume: eine Geschichte Russlands im 20. Jahrhundert. Europäische Geschichte im 20. Jahrhundert. München, 2013.
- Kotkin, Stephen. Armageddon Averted: The Soviet Collapse, 1970–2000. Oxford; New York, NY, 2001.
- Miller, Chris. The Struggle to Save the Soviet Economy: Mikhail Gorbachev and the Collapse of the USSR. Chapel Hill, 2016.
Veranstaltungsart: Seminar
Veranstalter: Historisches Seminar
Termin, Ort: Mi 14 - 17 Uhr (c.t.); 29.04.2026 - 22.07.26, Breisacher Tor/R 107
PD Dr. Martin Faber
Die 1848er Revolution in Osteuropa
Kommentar
Der europäische Völkerfrühling von 1848 fand auch in Ostmitteleuropa statt. Es gab revolutionäre Kämpfe in Prag, in Wien, in Polen, in Ungarn und Kroatien, in Siebenbürgen, der Moldau und der Walachei. Angestoßen wurden diese Bewegungen von den Revolutionen in Frankreich, Deutschland und Italien, aber überall entwickelten Sie sich aus der spezifischen Lage an ihrem Ort und brachten unterschiedliche Forderungen hervor. Neben Forderungen nach politischer Freiheit wurden hier in vielen Fällen Wünsche nach mehr nationaler Selbstbestimmung laut, wobei manche Nationalitäten sie bei dieser Gelegenheit zum ersten Mal laut äußerten. Viele der Revolutionsführer wurden später bei ihren Völkern zu Nationalhelden. Die Revolutionen führten manche Veränderungen herbei, aber sogar ihre schließliche Niederschlagung an allen Orten ist interessant, denn sie gibt Aufschluss über die bestehenden Regierungssysteme und ihre Machtmittel Außerdem kann man fragen, warum es in Russland und im Osmanischen Reich nicht zu revolutionären Ereignissen kam, jedenfalls nicht zu diesem Zeitpunkt. All das bietet Einblick in die Verhältnisse in Osteuropa in dieser Zeit, aber auch in die Entwicklungen davor und danach.
Zu erbringende Prüfungsleistung
- Das Abgabedatum für die Hausarbeit (20–25 Seiten) ist der 09. Oktober 2026.
- Mündliche Prüfungen (20 Minuten) nach individueller Absprache, i.d.R. zwischen dem 27. Juli und dem 16. Oktober 2026.
Zu erbringende Studienleistung
- Regelmäßige Teilnahme (max. 2 Fehlzeiten)
- Referat/mündliche Präsentation, Dauer: ca. 30 Minuten
- Thesenpapier, Umfang: ca. 2 Seiten
- Lektüre zwischen den Sitzungen, Umfang: ca. 20 Seiten pro Sitzung
Literatur
- Christopher Clark: Frühling der Revolution. Europa 1848/49 und der Kampf für eine neue Welt. München 2023.
- 1848/49. Revolutionen in Ostmitteleuropa. Hg. von Rudolf Jaworski und Robert Luft. München 1996.
Veranstaltungsart: Seminar
Veranstalter: Historisches Seminar
Termin, Ort: Do 18 - 20 Uhr (c.t.); 23.04.2026 - 23.07.26, Kollegiengebäude IV/Übungsraum 2
Prof. Dr. Victor Dönninghaus
Alltag und Lebenswelten in der Sowjetunion, 1922–1941
Kommentar
Zur Geschichte der UdSSR gehören nicht nur die Umgestaltung Russlands sondern auch die des russischen Volkes, denn die Kommunistische Partei übte einen großen Einfluss auf alle Sphären des Lebens aus. Durch sie wurde nicht nur der Charakter des homo sovieticus (des Sowjetmenschen) geprägt, sondern auch der normale Verlauf der gesellschaftlichen Entwicklung gestört. Es bildete sich ein bis dahin in der Geschichte unbekanntes Staatswesen heraus. Obwohl im durch wirtschaftliche Sorgen und allgemeine Ungewissheit gekennzeichneten sowjetischen Alltag Wohnungsnot und Lebensmittelknappheit herrschten, war der Sowjetmensch jedoch nicht nur unzufrieden, ängstlich oder apathisch. Im Gegenteil: Der homo sovieticus war dafür bekannt, dass er die Kunst des Überlebens im Alltag beherrschte, trotz aller Widrigkeiten zu besonderer Freundschaft fähig war und auch der Liebe einen besonders hohen Wert beimaß. Er galt im Allgemeinen als ein mutiger und heldenhaft handelnder Typ Mensch.
In der Übung werden wir uns mit dem „Antlitz“ des sowjetischen Alltags speziell in der Zeit von 1922 bis 1941 vertraut machen. Dabei werden wir uns mit den kontinuierlichen Entwicklungsprozessen, aber auch mit den Brüchen im Leben der Menschen befassen, welche die Periode des aufkommenden Stalinismus in der Sowjetunion kennzeichneten, und uns auf diese Weise sowohl mit den Lebenswelten des Sowjetmenschen in den Dörfern als auch in den Städten vertraut machen. Interessieren werden uns vor allem die folgenden Fragen: Welche politischen Ereignisse trugen zur Herausbildung des homo sovieticus bei? Welche Veränderungen struktureller Art führten zur „Verwandlung“ der Sowjetbürger?
Zu erbringende Studienleistung
- Regelmäßige Teilnahme (max. 2 Fehlzeiten)
- Referat/mündliche Präsentation, Dauer: ca. 30 Minuten
- Quelleninterpretation, Umfang: ca. 2 Seiten
- Thesenpapier, Umfang: ca. 2 Seiten
Literatur
- Filtzer, Donald: Soviet workers and Stalinist industrialization: The formation of modern Soviet production relations, 1928-1941. London 1986.
- Gronow, Jukka: Caviar with Champagne. Common Luxury and the Ideals of the Good Life in Stalin’s Russia. Oxford 2003.
- Hoffmann, David L.: Stalinist Values. The Cultural Norms of Soviet Modernity 1917–1941. Ithaca, London 2003.
- Obertreis, Julia: Tränen des Sozialismus: Wohnen in Leningrad zwischen Alltag und Utopie, 1917–1937, Köln u. a. 2004.
- Goehrke, Carsten: Russischer Alltag: eine Geschichte in neun Zeitbildern. Bd. 3: Sowjetische Moderne und Umbruch, Zürich 2005.
- Elisabeth Cheauré, Jochen Gimmel u. Konstantin Rapp (Hrsg.): Verordnete Arbeit - Gelenkte Freizeit. Muße in der Sowjetkultur. Tübingen 2021.
Veranstaltungsart: Übung
Veranstalter: Historisches Seminar
Termin, Ort:
- 24.04.2026, 09:00 – 15:00 Uhr c.t Breisacher Tor, R. 204
- 08.05.2026, 10:00 – 12:00 Uhr c.t Online-Sitzung
- 22.05.2026, 09:00 – 15:00 Uhr c.t Breisacher Tor, R. 204
- 12.06.2026, 10:00 – 12:00 Uhr c.t Online-Sitzung
- 26.06.2026, 09:00 – 15:00 Uhr c.t Breisacher Tor, R. 204
- 17.07.2026, 10:00 – 12:00 Uhr c.t Online-Sitzung
Aleksandra Pojda-Perez
Sprachkurs Polnisch II. Niveau A2
Kommentar
Der Kurs wird von einer muttersprachlichen Dozentin geleitet und richtet sich an Studierende mit polnischen Sprachvorkenntnissen (Niveau A1/A2), die ihre Kenntnisse vertiefen und erweitern möchten. Wir werden uns im Kurs darauf konzentrieren, die vorhandenen Fähigkeiten zu stärken und den Kursteilnehmer*innen neue Werkzeuge zur Kommunikation in Polnisch an die Hand zu geben. Von der Festigung des Grundwortschatzes über die Verbesserung der Aussprache, Kennenlernen der neuen Grammatikbereiche bis hin zur Erweiterung der Fähigkeiten im täglichen Gebrauch der Sprache werden wir gemeinsam Schritt für Schritt voranschreiten. Das Ziel ist es, das Selbstvertrauen im Umgang mit der polnischen Sprache zu steigern und den Kursteilnehmer*innen auf Ihrem Weg zur Beherrschung der Grundlagen der polnischen Sprache zu unterstützen. Es wird mit dem Lehrbuch ""Hurra! Po polsku 1“ gearbeitet (neue Ausgabe).
Die Veranstaltung wird auf Englisch durchgeführt und hybrid angeboten. Nähere Informationen finden Sie bald über die EPiCUR-Homepage.
Die Anmeldung erfolgt über HISinOne (Kontakt mit der Dozentin:aleksandra.pojda@zv.uni-freiburg.de).
Zu erbringende Studienleistung
- Regelmäßige Teilnahme (max. 2 Fehlzeiten)
- Klausur, Dauer: ca. 60–90 Minuten
- Referat/mündliche Präsentation, Dauer: ca. 10 Minuten
- Schriftliche Ausarbeitung, Umfang: ca. 2 Seiten
Veranstaltungsart: Übung
Veranstalter: Historisches Seminar
Termin, Ort: Fr 10 – 11:30 Uhr (c.t.); 24.04.2026 - 24.07.26, Kollegiengebäude IV/HS 4450
Aleksandra Pojda-Perez
Sprachkurs Polnisch I. Niveau A1 ohne Vorkenntnisse
Kommentar
Der Kurs wird von einer muttersprachlichen Dozentin geleitet und bietet einen Einblick in die polnische Sprache und Kultur. Er richtet sich speziell an Teilnehmer*innen ohne jegliche Vorkenntnisse der polnischen Sprache. Durch eine strukturierte und interaktive Lernmethode werden Kursteilnehmer*innen Schritt für Schritt in die Grundlagen der polnischen Sprache eingeführt. Vom Erlernen des Alphabets über grundlegende Vokabeln und Ausdrücke bis hin zur Entwicklung einfacher Kommunikationsfähigkeiten werden die Kursteilnehmer*innen sich in einer unterstützenden Lernumgebung sicher fühlen. Das Ziel ist es, den Studierenden die nötigen Fähigkeiten zu vermitteln, um sich auf einfache Weise auf Polnisch ausdrücken zu können und ein solides Fundament für weiteres Sprachlernen zu legen. Es wird mit dem Lehrbuch ""Hurra! Po polsku 1“ gearbeitet (neue Ausgabe).
Die Veranstaltung wird auf Englisch durchgeführt und hybrid angeboten. Nähere Informationen finden Sie bald über die EPiCUR-Homepage.
Die Anmeldung erfolgt über HISinOne (Kontakt mit der Dozentin aleksandra.pojda@zv.uni-freiburg.de).
Zu erbringende Studienleistung
- Regelmäßige Teilnahme (max. 2 Fehlzeiten)
- Klausur, Dauer: ca. 60–90 Minuten
- Referat/mündliche Präsentation, Dauer: ca. 10 Minuten
- Schriftliche Ausarbeitung, Umfang: ca. 2 Seiten
Veranstaltungsart: Übung
Veranstalter: Historisches Seminar
Termin, Ort: Fr 11:30 – 13:00 Uhr (c.t.); 24.04.2026 - 24.07.26, Kollegiengebäude IV/HS 4450
Olga Gorfinkel
Russisch für Historiker*innen II
Kommentar
Der Kurs baut auf der Übung Russisch für Historiker I auf und richtet sich an Studierende, die über entsprechenden Vorkenntnissen (A1.1) verfügen. Im Rahmen dieses Kurses werden weitere Bausteine der russischen Grammatik erlernt und durch zahlreiche Übungen gefestigt. Der Schwerpunkt liegt auf Verben der Fortbewegung, Aspekt der Verben, Genitiv Singular und Plural, Passiv und Steigerungsstufen der Adjektive. Anhand kurzer historischer Originaltexte wie Tagebücher, Biographien, Briefwechsel sowie Erlässe und Urkunden werden Lesefertigkeiten trainiert, die den Studierenden ein souveränes Quellen- und Literaturstudium der Osteuropäischen Geschichte ermöglichen.
Zu erbringende Studienleistung
- Regelmäßige Teilnahme (max. 2 Fehlzeiten)
- Klausur, Dauer: ca. 120 Minuten
- Schriftliche Ergebnissicherung, Umfang: ca.3 Seiten jede zweite Stunde
- Mündliche Ergebnissicherung. Dauer: ca. 10 Minuten
Literatur
- MOCT neu A1-A2. Russisch für Anfänger. Klett Verlag 2019 Kursbuch, ISBN 978-3-12-527648-2. .
- Übungsbuch, ISBN 978-3-12-527649-9.
Veranstaltungsart: Übung
Veranstalter: Historisches Seminar
Termin, Ort: Mo 14 - 16 Uhr (c.t.); 20.04.2026 - 20.07.26, Kollegiengebäude IV/HS 4450
Mi 12 - 14 Uhr (c.t.); 22.04.2026 – 22.07.26, Kollegiengebäude IV/HS 4450
